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3. Mai 2017

7. Mai: Deutsch-Polnisches Kunstprojekt „Nowa Amerika“ zu Gast beim Frühlingsfest im Garten Steinhöfel.

Der Verein LandKunstLeben hat als Veranstalter des traditionellen Frühlingsfestes im Garten Steinhöfel am 7. Mai mit dem deutsch-polnischen Kunstprojekt "Nowa Amerika" einen Mitveranstalter bekommen. Mit dem "Nomadischen Garten" wird auf dem Fest ein Projekt zur Untersuchung und Beförderung von gemeinsamer Bürgergesellschaft in der deutsch-polnischen Grenzregion präsentiert. Alle Besucher des Festes sind ab 14:00 eingeladen eigene Projekte die am Entstehen sind in einer lebendigen Gesprächsrunde vorzustellen. Kerstin Hellmich, Vorsitzende Ortsgruppe Landfrauen "Landlust" Steinhöfel sagt: "Wir haben Verantwortung, unser Zuhause lebenswert zu erhalten, zu gestalten und den nächsten Generationen unsere Werte zu vermitteln. Diese Dinge erlernen wir von Kindheit in Gärten. Wir sehen, wie Pflanzen aus Samen wachsen, wie wir sie pflegen müssen, was wir daraus bereiten können. Wir haben die Verantwortung, dass dieses Wissen aus Generationen nicht mit uns endet."

Auf dem Frühlingsfest wird zudem der Verkauf von zahlreichen Tomatensorten und anderen Jungpflanzen, Gartenführungen, Buffet mit dem ersten Grün des Gartens, Bratwurst, Waldmeisterbowle, Kaffee und selbstgebackener Kuchen, Spiel und Unterhaltung für Jung und Alt, Ponyreiten für Kinder angeboten.

7. Mai, 11 bis 18 Uhr, Garten Steinhöfel (Straße der Freundschaft / Berkenbrücker Weg, 15518 Steinhöfel). Eintritt: 2 Euro - Kinder frei.

 

14. März 2017

Geplante Massentierhaltung in Gölsdorf: Genehmigungsbehörde verlässt sich nur auf Angaben des Betreibers

Das Brandenburger Landesamt für Umwelt in Frankfurt (Oder) hat keinerlei eigene Gutachten zu den Auswirkungen der umstrittenen geplanten Mastanlage in Gölsdorf (Landkreis Oder-Spree) erstellt. Die Genehmigungsbehörde verlässt sich einzig und allein auf Informationen des Betreibers. Das wurde aus der Anfrage des Landtagsabgeordneten Benjamin Raschke (Grüne) an den Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) deutlich. „Es bestand auch kein Erfordernis, da das Landesamt selbst über sehr gut ausgebildete und erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügt, die ausreichend Sachverstand haben, um die Prüfung auf Vorliegen der Voraussetzungen für das Bestehen einer UVP-Pflicht selbst abschließend beurteilen zu können“ erklärte Vogelsänger in der Antwort.

„Keiner bezweifelt die fachliche Eignung der Mitarbeiter“, entgegnet Kerstin Hellmich von der Dörfergemeinschaft Steinhöfel. Verwunderung über die lapidare Antwort des Ministers herrscht dennoch bei den Anwohnern. Vor Ort habe man niemanden vom Landesumweltamt gesehen. „Wir müssen davon ausgehen, dass das Vorhaben am Bürotisch in Frankfurt (Oder) auf Basis der vom Betreiber vorgelegten Unterlagen geprüft wird. Bei so einem großen und höchst umstrittenen Vorhaben hätte das Land Brandenburg auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) mit Öffentlichkeitbeteiligung nicht verzichtet werden dürfen, wenn der Schutz der Menschen, der Umwelt und der Tiere wirklich ernst genommen werden wird“, kritisiert Kerstin Hellmich, die auch in der Steinhöfeler Gemeindevertretung sitzt.

„Es ist geplant, die industrielle Agraranlage, in der 900 Rinder und fast 800 Schweine gemästet werden sollen, nur weniger als hundert :Meter an die Wohnbebauung heranreichen zu lassen. Das ist für unsere Region nicht akzeptabel“, sagte Kerstin Hellmich. Die Anwohner kritisieren vor allem die zu erwartenden Geruchsbelästigung, ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, sowie die Bedrohung der Böden und eine Verschlechterung der Trinkwassersituation.

Eine endgültige Entscheidung zur Genehmigung der industriellen Mastanlage durch das Landesumweltamt steht immer noch aus. „Wir werden weiter für den Schutz unserer Umwelt kämpfen“, kündigt Hellmich an. Die Anwohner haben bereits im Januar eine Petition gestartet. Diese soll nun am 17. März beim Landesumweltamt in Frankfurt (Oder) übergeben werden.

Download Antwort Minister Vogelsänger: http://www.doerfergemeinschaft-steinhoefel.de/goelsdorf_2017_03_01.pdf

Hintergrund

Eine im November 2015 gegründete Gesellschaft plant in Gölsdorf (Gemeinde Steinhöfel) eine neue Massentierhaltungsanlage, nur wenige Kilometer neben der bereits bestehenden riesigen Schweinemastanlage in Eggersdorf bei Müncheberg (Märkisch-Oderland). Laut einer Bekanntmachung des Landesamtes für Umwelt vom 9. November sollen zukünftig dort 900 Bullen und 768 Schweine gemästet werden. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitbeteiligung wird es hingegen nicht geben, teilte die nachgelagerte Behörde des Landwirtschaftsministeriums mit. Das Vorhaben befindet sich derzeit noch im Planungsstadium. Wann die Anlagen in Betrieb gehen, ist derzeit noch unklar.

Um den Widerstand in der Region gegen neue Massentierhaltungsanlagen besser bündeln zu können, gründete sich im November 2012 die Initiative „Dörfergemeinschaft gegen die Hähnchenfabrik in Steinhöfel - Für eine lebenswerte Region“.

 

1. Februar 2017

Geplante Massentierhaltung in Gölsdorf: Ortsbeirat stellt sich gegen die neue Anlage

Die massive Kritik der Anwohner an der geplanten Massentierhaltungsanlage in Gölsdorf (Gemeinde Steinhöfel) findet mittlerweile auch Gehör bei der Politik. Am Dienstagabend verkündete die Gölsdorfer Ortsvorsteherin Jeanette Mietzelfeld auf einer Sitzung, dass der Ortsbeirat sich intensiv mit den Ausbauplänen befasst hat und zum Schluss gekommen ist, dass das Vorhaben abgelehnt wird. Der Ortsbeirat werde eine kritische Stellungnahme bei der Genehmigungsbehörde, dem Landesamt für Umwelt, einreichen.

„Laut Unterlagen der Betreiber soll die industrielle Agraranlage, in der 900 Rinder und fast 800 Schweine gemästet werden sollen, weniger als hundert Meter an die Wohnbebauung heranreichen. Die Planungen sind für unseren Ort nicht akzeptabel“, stellte Mietzelfeld im vollen Gölsdorfer Gemeindesaal fest. Der Ortsbeirat begründete die Ablehnung vor allem mit einer zu erwartenden Geruchsbelästigung, erhöhten Verkehrsaufkommen, und einer Bedrohung der Böden und der Trinkwassersituation. Auch darf nicht der Wertverlust unserer Grundstücke und Häuser außer Acht gelassen werden. Ein Haus, das neben einer Massentierhaltungsanlage steht wird an Wert gemindert und schwerlich zu verkaufen sein. „Sollte die Anlage kommen, geht es auch an unsere Geldbeutel“, warnte die Ortsvorsteherin.

Der Bauamtsleiter der der Gemeinde Steinhöfel Marco Jonscher erklärte auf der Ortsbeiratssitzung, dass die Gemeinde sich dem Willen der Betreiber beugen müsse. Viel mehr als eine Stellungnahme einreichen, könne man nicht machen. Am 15. März soll auf der Sitzung derr Gemeindevertretung Steinhöfel über die Pläne debattiert werden.

„Wir sind eine ländliche Region und wir stehen zur Landwirtschaft und unseren Bauern. Aber das was hier geplant ist, hat nichts mehr mit Landwirtschaft zu tun. Das ist Agrarindustrie zu Lasten der Bevölkerung und der Umwelt. Unternehmen, die mit der Ausbeutung von Tieren ihren Profit machen, haben bei uns nicht zu suchen“ fasste Kerstin Hellmich von der Dörfergemeinschaft Steinhöfel die Stimmung in der Gemeinde zusammen.

Hintergrund

Eine im November 2015 gegründete Gesellschaft plant in Gölsdorf (Gemeinde Steinhöfel) eine neue Massentierhaltungsanlage, nur wenige Kilometer neben der bereits bestehenden riesigen Schweinemastanlage in Eggersdorf bei Müncheberg (Märkisch-Oderland). Laut einer Bekanntmachung des Landesamtes für Umwelt vom 9. November sollen zukünftig dort 900 Bullen und 768 Schweine gemästet werden. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitbeteiligung wird es hingegen nicht geben, teilte die nachgelagerte Behörde des Landwirtschaftsministeriums mit. Das Vorhaben befindet sich derzeit noch im Planungsstadium. Wann die Anlagen in Betrieb gehen, ist derzeit noch unklar. Um den Widerstand in der Region gegen neue Massentierhaltungsanlagen besser bündeln zu können, gründete sich im November 2012 die Initiative „Dörfergemeinschaft gegen die Hähnchenfabrik in Steinhöfel - Für eine lebenswerte Region“.

 

25. Januar 2017

Geplante Massentierhaltung in Gölsdorf: Anwohnerinitiative reicht kritische Stellungnahme ein

Die geplante Massentierhaltungsanlage in Gölsdorf (Gemeinde Steinhöfel) sorgt weiter für enormen Unmut vor Ort. Bereits in der letzten Woche haben Anwohner die "Bürgerinitiative Gölsdorf gegen die Mastanlage - für eine saubere Lebensqualität in unserer Region" gegründet um das Vorhaben kritisch unter die Lupe zu nehmen, berichtet Kerstin Hellmich von der Dörfergemeinschaft Steinhöfel. In der Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde am Dienstagabend reichte die Initiative eine eigene Stellungnahme zu dem umstrittenen Vorhaben ein.

In einem achtseitigen Schreiben kommen die Anwohner zu dem Ergebnis, dass sich für den Ort, wie auch für die Gemeinde, keine messbaren Vorteile ergeben, wenn die Anlage betrieben wird. Demgegenüber stehen aber zahlreiche langfristige, teils irreparable Nachteile, die die Bürger des Ortes direkt (z.B. Geruchsbelästigung, Nitrateintrag, Wertverlust der Immobilien), die Gemeinde (Keine Gewerbesteuer, Straßenverschleiß) wie auch das lokale Umfeld betreffen (Umweltschäden durch Immissionen), heißt es in der Stellungnahme. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile verkündete die Initiative, dass die Errichtung der Anlage aus Sicht der Einwohner des Ortes Gölsdorf abzulehnen ist.

"Allein wenn man sich nur mal die Wasserversorgung der geplanten Mastanlage ansieht, kann es einem Angst und Bange werden", sagt Kerstin Hellmich. Der Betreiber der Massentierhaltungsanlage kündigte an, sich über das öffentlichen Wassernetz abdecken zu lassen. Hellmich weist darauf hin, dass Gölsdorf nicht mehr über einen eigenen Brunnen verfügt. Die öffentliche Wasserversorgung erfolgt durch eine Leitung über Molkenberg. Bereits schon heute gebe es in den Sommermonaten einen hohen Bedarf an Trinkwasser, so dass ein sehr geringer Wasserdruck anliegt. Allein für die Versorgung der Tiere werden über 16.000 Kubikmeter Trinkwasser benötigt. Die Reinigung der Ställe ist darin noch nicht enthalten.

Download Stellungnahme: www.doerfergemeinschaft-steinhoefel.de/Stellungnahme_IG_Goelsdorf.pdf

Hintergrund

Eine im November 2015 gegründete Gesellschaft plant in Gölsdorf (Gemeinde Steinhöfel) eine neue Massentierhaltungsanlage, nur wenige Kilometer neben der bereits bestehenden riesigen Schweinemastanlage in Eggersdorf bei Müncheberg (Märkisch-Oderland). Laut einer Bekanntmachung des Landesamtes für Umwelt vom 9. November sollen zukünftig dort 900 Bullen und 768 Schweine gemästet werden. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitbeteiligung wird es hingegen nicht geben, teilte die nachgelagerte Behörde des Landwirtschaftsministeriums mit. Das Vorhaben befindet sich derzeit noch im Planungsstadium. Wann die Anlagen in Betrieb gehen, ist derzeit noch unklar. Um den Widerstand in der Region gegen neue Massentierhaltungsanlagen besser bündeln zu können, gründete sich im November 2012 die Initiative "Dörfergemeinschaft gegen die Hähnchenfabrik in Steinhöfel - Für eine lebenswerte Region".

 

8. Januar 2017

Geplante Schweine- und Bullenmast in Gölsdorf: Nur das Nötigste für den Tierschutz?

Der Betreiber der geplanten Bullen- und Schweinemastanlage in Gölsdorf (Landkreis Oder-Spree, Gemeinde Steinhöfel) zwischen Fürstenwalde und Müncheberg hat keine Förderung für eine bessere Haltung der Tiere beantragt. Das bestätigte Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) auf Anfrage des Landtagsabgeordneten Benjamin Raschke (B90/Grüne). „Man muss davon ausgehen, dass nur das gesetzlich Notwendige für den Schutz der Tiere getan wird“, sagt Kerstin Hellmich, Sprecherin der Dörfergemeinschaft Steinhöfel. Es sollen laut Antragsunterlagen jedem Schwein in der geplanten Anlage 0,78 Quadratmeter zustehen. Die „Verweildauer“ der Mastschweine soll 110 Tage betragen bis sie ein Gewicht von 110 Kilogramm erreichen. Für die Reinigung des Schweinestalls werden etwa 50 Liter Wasser pro Tierplatz im Jahr veranschlagt (3,3 Durchgänge).

„Die Mast von Schweinen und Bullen ist heute industriell durchorganisiert und konsequent auf Profit für den Betreiber ausgerichtet“, sagt Hellmich. Die Welt hinter den meisten Stalltüren sieht so aus: Industrielle Massentierhaltung, hoher Ressourcenverbrauch und Nährstoffeintrag auf Kosten der Umwelt, prekäre Arbeitsbedingungen, Lebens- und Futtermittelskandale. Die einheimische Bevölkerung hat unter Gestank und Wasserverschmutzung zu leiden.

Die Bevölkerung soll in einer Einwohnerversammlung am 11. Januar ab 18.00 Uhr im Gölsdorfer Kulturhaus (Lindenplatz 8) erstmals öffentlich über das Vorhaben informiert werden. Dort will der Betreiber das Projekt vorstellen. Natur- oder Tierschutzverbänden oder Vertreter des Volksbegehrens gegen die Massentierhaltung wie auch die Genehmigungsbehörden sind nicht auf dem Podium zu finden. Anwohner sollen jedoch die Möglichkeit haben Fragen zu stellen.

Hintergrund

Obwohl die geplante Hähnchenmastanlage unweit von Tempelberg noch immer nicht vom Tisch ist, plant ein weiterer Betreiber eine Massentierhaltungsanlage in Gölsdorf (Gemeinde Steinhöfel), nur wenige Kilometer neben der bereits bestehenden riesigen Schweinemastanlage in Eggersdorf bei Müncheberg (Märkisch-Oderland). Laut einer Bekanntmachung des Landesamtes für Umwelt vom 9. November sollen zukünftig dort 900 Bullen und 768 Schweine gemästet werden. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitbeteiligung wird es hingegen nicht geben, teilte die nachgelagerte Behörde des Landwirtschaftsministeriums mit. Das Vorhaben befindet sich derzeit noch im Planungsstadium. Wann die Anlagen in Betreib gehen, ist derzeit noch unklar.

 

1. Dezember 2016

SPD-Agrarminister will noch mehr Schweinemast in Brandenburg – Neue Massentierhaltung in der Gemeinde Steinhöfel geplant

Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) verkündete auf dem Landwirtschaftsempfang der SPD-Fraktion am Dienstag im Brandenburger Landtag, dass die Schweinehaltung in Brandenburg noch weiter ausgebaut werden soll. Als Begründung nannte Vogelsänger die seiner Meinung nach niedrige Anzahl von Mastschweinen. So gebe es laut dem Agrarminister im Land etwa 800.000 Schweine in den Ställen. Damit sei Brandenburg ein „vieharmes Land“ im Gegensatz zu anderen Bundesländern. Vogelsänger geht davon aus, dass noch „weiter zu investieren“ sei, verkündete er in Potsdam.

„Als ob es das erfolgreiche Volksbegehren nie gegeben hat, will der SPD-Politiker das Land weiter mit Massentierhaltung überziehen. Von einer Kehrtwende ist nichts zu spüren“, kritisiert Kerstin Hellmich, Sprecherin der Dörfergemeinschaft Steinhöfel aus Tempelberg. Die negativen Begleiterscheinungen seiner auf stures Wachstum und Zahlenjongliererei basierenden Politik, wie die Verseuchung der Böden und des Grundwassers durch die Ausbringung von nitrathaltiger Gülle auf den Feldern, blendet der Minister völlig aus, sagt Hellmich: „Es ist unverständlich, warum der SPD-Politiker unbedingt die Fehler aus anderen Bundesländern wiederholen will, zu Lasten der vor Ort ansässigen Bevölkerung.“

Statt weiter die Massentierhaltung zu propagieren, sollte der Minister lieber seine Hausaufgaben machen, fordert Hellmich. „Spätestens 2012 hätten Bund und Länder die Vorschriften zum Schutz der Gewässer vor zu viel Nitrat aus der Landwirtschaft verschärfen müssen“ erklärte sie. Da bislang nichts passiert sei, werde Deutschland nun von der EU verklagt. Auch in Brandenburg gibt es bereits Überschreitungen von Grenzwerten für Nitrat. Überhöhte Mengen von Nitrat führen zu starken Wasserverunreinigungen und verringern die biologische Vielfalt in den Gewässern. Eine Nitratkonzentration über dem gültigen Grenzwert kann nach Angaben der EU-Kommission erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen haben, insbesondere auf schwangere Frauen und Kleinkinder.

Indes droht der Gemeinde Steinhöfel (Oder-Spree) weiteres Ungemach. Obwohl die geplante Hähnchenmastanlage unweit von Tempelberg noch immer nicht vom Tisch ist, plant ein neuer Betreiber eine Massentierhaltungsanlage in Gölsdorf (Gemeinde Steinhöfel), nur wenige Kilometer neben der bereits bestehenden riesigen Schweinemastanlage in Eggersdorf bei Müncheberg (Märkisch-Oderland). Laut einer Bekanntmachung des Landesamtes für Umwelt vom 9. November sollen zukünftig dort 900 Bullen und 768 Schweine gemästet werden. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitbeteiligung wird es hingegen nicht geben, teilte die nachgelagerte Behörde des Landwirtschaftsministeriums mit. Das Vorhaben befindet sich derzeit noch im Planungsstadium. Wann die Anlagen in Betreib gehen, ist derzeit noch unklar.

„Minister Vogelsänger mag im fernen Potsdam ein Loblied auf den ländlichen Raum singen, wenn er uns aber durch eine industrialisierte Agrarwirtschaft unsere Lebensgrundlage raubt, muss sich keiner über noch mehr Landflucht wundern“, sagt Kerstin Hellmich. So sind die damaligen Befürchtungen gegen die Eggersdorfer Schweinemast bereits heute bittere Realität geworden: „Es gib Tage an denen ist der Gestank so erbärmlich, dass es einem Tränen in die Augen treibt“, berichtet die Tempelbergerin. Seit Jahren engagieren sich Menschen im Seenland Oder-Spree für eine nachhaltige Landwirtschaft und den Erhalt der Kulturlandschaft. Erst vor wenigen Wochen waren viele Menschen aus der Region unterwegs, um über 50 neue Obstbäume zu pflanzen. Zusammen mit den Brandenburger Landfrauen wollen die Aktiven vor Ort einen Apfelerlebnispfad aufbauen.

 

29. Juni 2016

Obstbauversuchsstation Müncheberg im Landtagsausschuss: Minister sagt Rumpf-Finanzierung zu

Stellvertretend für die Landfrauen Oder-Spree hat sich heute in Potsdamer Landtag Kerstin Hellmich in einem Gespräch mit Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) für den Wiederaufbau der Obstbauversuchsstation in Müncheberg stark gemacht. Hellmich übergab vor der Sitzung des Agrarausschuss des Landtages ein bereits am Montag veröffentlichtes Konzept der "Initiative zum Wiederaufbau der Obstbauversuchsanstalt" zum Betrieb der renommierten Forschungsanstalt. Der Minister bezeichnete die Vorschläge der Initiative als "ambitioniert" dennoch wolle er mit den zuständigen Stellen darüber sprechen. Gegenwärtig ist die Station mit einer Personalstelle - der des Leiters - ausgestattet Die Station ist derzeit nahezu handlungsunfähig. Alle Zeitverträge anderer Mitarbeiter sind bis spätestens 15. Juli ausgelaufen.

Im Landtagsausschuss für Landwirtschaft gab Minister Vogelsänger zu, dass die personelle Ausstattung angespannt sei. Die Bewirtschaftung finde derzeit durch den Landesbetrieb Forst statt. Vogelsänger wolle für das Haushaltsjahr 2017/2018 Mittel für zum Betrieb der Obstbauversuchsstation einstellen. Für das Übergangsjahr 2016/2017 seien 238.000 Euro (2016) und 155.000 Euro (2017) durch sein Ministerium abgesichert. In einem "Chef-Gespräch" mit Finanzminister Görke wurden bereits Mittel für Arbeits- und Nachwuchskräfte zugesagt. Vogelsänger geht von einem Kernbereich von vier Mitarbeitern aus.

"Die angekündigte Ausstattung der Obstbauversuchsstation ist viel zu gering", kritisierte Kerstin Hellmich. Als wissenschaftliche Fachabteilung standen der Station in den Neunziger Jahren noch drei Wissenschaftler, drei Fachingenieure sowie ein Meister und drei technische Mitarbeiter zur Verfügung. "Mit zukünftig vier Mitarbeitern ist das nur noch ein Rumpf übrig geblieben, bei der wissenschaftliche Arbeit und Forschung auf der Strecke bleibt".

Die heutige Generation ist von großen Wissenslücken auf diesem Gebiet geprägt. Indizien sind die zahlreichen Fehlschläge bei der Sanierung oder Neuanlage von Streuobstbeständen. Vermeidbare Anfängerfehler bei der Planung aber auch bei der Unterhaltung der Anlagen und der Nährstoffversorgung der Gehölze sind die Folge, sagte Hellmich: Auch aus diesem Grund und im Angesicht der klimatischen Veränderungen ist eine funktionsfähige und eigenständige Forschungseinrichtung in Brandenburg unabdingbar.

 

27. Juni 2016

Initiative stellt Konzept zum Wiederaufbau der Obstbauversuchsanstalt Müncheberg vor

iwom 4685Die neu gegründete „Initiative zum Wiederaufbau der Obstbauversuchsanstalt“ stellte am Montag in Frankfurt (Oder) ein Kurzkonzept mit Anregungen und Ideen zum Erhalt der traditionsreichen Forschungsanstalt für den Obstbau vor. Seit über zwei Jahren verschleppt die Brandenburger Landesregierung eine arbeitsfähige Ausstattung der Station in Müncheberg.

Die Initiative spricht sich für eine unabhängig arbeitende Obstbauversuchsanstalt auf dem Gelände des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg aus, solide finanziert vom Brandenburger Landwirtschaftsministerium. Zudem brauche es eine bessere Zusammenarbeit in den Brandenburger Landesministerien, da der Erhalt der Biodiversität besonders vor dem Hintergrund des Klimawandels landeshoheitliche Aufgabe ist. Eigene Finanzmittel soll die Obstbauversuchsanstalt - wie bisher auch längst üblich - durch Anbieten von Seminaren erwirtschaften. Es soll auch weiterhin für Baumschulen und Hobbygärtner die Möglichkeit bestehen, Veredelungsreiser alter, regionaler Obstsorten zu erwerben. Das Kurzkonzept soll nun am Mittwoch zur Sitzung des Landwirtschaftsausschusses im Potsdamer Landesparlament an Minister Jörg Vogelsänger und die Ausschussmitglieder übergeben werden.

„Trotz klarer Aussage zum Erhalt der agrarischen Forschung im Koalitionsvertrag und eines einstimmigen Beschlusses des Landtages ist heute nicht einmal mehr ein Rumpf der Obstbauversuchsanstalt vorhanden. Forschung findet seit 2013 nicht mehr statt, weil es an Wissenschaftlern fehlt“, kritisiert Kerstin Hellmich aus Tempelberg (Landfrauen Oder-Spree und Dörfergemeinschaft Steinhöfel). Die Verträge vieler Mitarbeiter sind ausgelaufen und der ehemalige Leiter Dr. Hilmar Schwärzel wurde mittlerweile auch in das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) "eingeordnet" - wie im Landtagsausschuss bekannt wurde. Ein immer wieder von Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger angekündigtes Konzept zum Fortbestand lässt weiter auf sich warten. Noch im Januar 2016 wurde angekündigt, im ersten Halbjahr einen Entwurf vorzulegen. Das ist nicht passiert. Mittlerweile vertagte Vogelsänger das Konzept auf "nach der Sommerpause" wie eine aktuelle Anfrage im Brandenburger Landtag ergab.

„Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Landesregierung an einem Erhalt der Obstgenetischen Ressourcen gar nicht interessiert ist“, sagte Sabine Niels, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/ Die Grünen & Piraten im Kreistag Oder-Spree. Zusammen mit Dr. Schwärzel wurde beispielsweise die älteste Obstbaumallee Brandenburg in Tempelberg (Oder-Spree) wiederentdeckt und wird jetzt in touristische Wanderwege integriert.

„In Zeiten, in denen Konzerne wie Monsanto Saatgut in aller Welt aufkaufen, gehören die obstgenetischen Ressourcen in Müncheberg unstrittig zum nationalen kulturellen Erbe in Deutschland, das es zu erhalten gilt“, sagt Kerstin Hellmich aus Tempelberg. „Die Gesetzgebung der EU ist überwiegend auf das von der Saatgutindustrie angebotene Hybridsaatgut ausgerichtet. Solche Samen liefern nur standardisierte Pflanzen“, erklärt Klima-Expertin Eva Rönspieß. Die Vegetationsperiode hat sich in Brandenburg verlängert, sie beginnt im Durchschnitt 20 Tage früher und endet fünf Tage später. Forschung und Weitergabe von Wissen insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels werden umso wichtiger.

„Man findet im Oderbruch beispielsweise noch alte Obstbaumgärten- und Plantagen. Leider bemerkt man schon jetzt, dass es einen Mangel an Fachwissen und vor allem an Nachwuchskräften gibt. Daher ist eine funktionsfähige und eigenständige Forschungseinrichtung in Brandenburg unabdingbar“, sagte die Vorstandsvorsitzende des Vereins für Kulturgüter in Brandenburg Hildegard Vera Kaethner aus Kagel.

 

22. Juni 2016

Presseeinladung 27.06.: Frankfurt (Oder): Neugegründete Initiative stellt Konzept zum Wiederaufbau der Obstbauversuchsanstalt Müncheberg vor

Seit über zwei Jahren verschleppt die Brandenburger Landesregierung eine arbeitsfähige Ausstattung der traditionsreichen Obstbauversuchsanstalt Müncheberg. Am Montag, den 27. Juni 2016 stellt die neugegründete „Initiative zum Wiederaufbau der Obstbauversuchsanstalt“  ein eigenes Konzept zum Erhalt der Anstalt vor. „In Zeiten, in denen Konzerne wie Monsanto Saatgut in aller Welt aufkaufen, gehören die obstgenetischen Ressourcen in Müncheberg unstrittig zum nationalen kulturellen Erbe in Deutschland“, sagt Kerstin Hellmich aus Tempelberg.

„Die Saatgutgesetzgebung der EU ist überwiegend auf das von der Saatgutindustrie angebotene Hybridsaatgut ausgerichtet. Solche Samen liefern nur standardisierte Pflanzen“, erklärt Klima-Expertin Eva Rönspieß. Dieses Industrie-Saatgut müsse jedoch immer wieder neu 'hergestellt' werden. Das Recht dazu haben aber nur die Saatgutkonzerne. Der europäische Saatgutmarkt wird dadurch von nur wenigen Firmen beherrscht. Etwa ein Viertel des Saatguts stammt zum Beispiel vom Monsanto-Konzern, so Rönspieß.

„Die Verbraucher wollen wieder mehr regionale Produkte auf dem Teller. Sie wollen wissen, woher ihre Lebensmittel kommen und  entdecken die heimischen Obst- und Gemüsesorten wieder. Die Landesregierung hat die Pflicht den Saatgut-Schatz zu bewahren“, sagt Sabine Niels aus Fürstenwalde, die sich bis 2014 als Landtagsabgeordnete für den Erhalt der Obstbauversuchsanstalt eingesetzt hatte.

„Trotz klarer Aussage zum Erhalt der agrarischen Forschung im Koalitionsvertrag und eines einstimmigen Beschlusses des Landtages ist nicht einmal mehr ein Rumpf der Obstbauversuchsanstalt vorhanden“, kritisiert Hellmich. Die Verträge der Mitarbeiter sind ausgelaufen und der ehemalige Leiter Dr. Hilmar Schwärzel wurde mittlerweile auch in das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) "eingeordnet" - wie im Landtagsausschuss bekannt wurde.

Ein immer wieder von Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger angekündigtes Konzept zum Fortbestand lässt weiter auf sich warten. Noch im Januar 2016 wurde angekündigt, im ersten Halbjahr einen Entwurf vorzulegen. Das ist nicht passiert. Mittlerweile vertagte Vogelsänger das Konzept auf "nach der Sommerpause" wie eine aktuelle Anfrage im Brandenburger Landtag ergab. 

Termin

Pressekonferenz am 27. Juni 2016 um 11. Uhr

Haus der Künste Frankfurt (Oder)
Adresse: Lindenstraße 7, 15230 Frankfurt (Oder)

Podium

  • Kerstin Hellmich (Dörfergemeinschaft Steinhöfel und Landfrauen Oder-Spree)
  • Eva Rönspieß, Klima-Expertin (Bürger-Begehren-Klimaschutz und Absolventin Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde)
  • Hildegard Vera Kaethner aus Kagel (Vorstandsvorsitzende des Vereins für Kulturgüter in Brandenburg)
  • Sabine Niels (Fraktionsvorsitzende Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen & Piraten im Kreistag Oder-Spree)

Kontakt vor Ort zu allen Beteiligten

Mobil: 0178 502 58 29

Hintergrund

Die „Initiative zum Wiederaufbau der Obstbauversuchsanstalt“  gründete sich am 6. Juni 2016 in Müncheberg. Die Initiative fordert den Wiederaufbau der bereits seit Anfang des Jahrhunderts bestehenden Obstbauversuchsanstalt in Müncheberg und will mit fachlichen Informationen den Prozess unterstützen. Mit der ehemaligen Anstalt besetzt Brandenburg eine der einzigartigsten Gendatenbanken Deutschlands. Seit fast 90 Jahren wachsen bei Müncheberg auf 32 Hektar Obst - derzeit über 1000 Apfelsorten, sowie etwa 100 Sorten Birnen, 50 Sorten Kirschen und 25 Aprikosensorten. Neben interessierten Privatpersonen zählen auch Vertretern der Landfrauen Oder-Spree, der Dörfergemeinschaft gegen die Hähnchenfabrik Steinhöfel, der der Kreisverband der Grünen Oder-Spree zu den Gründungmitgliedern der Initiative.

Ab Montag, den 27. Juni 2016 wird gegen 12 Uhr die Webseite www.wiederaufbau-obstbauversuchsanstalt.de mit einer Erklärung, kostenfreien Presse-Bildern und dem Konzept der Initiative sowie weiterführenden Informationen freigeschaltet.

Brandenburger Landtag: Antwort auf Anfrage „Stärkung des Gartenbaus in Brandenburg – Zwischenstand“ https://www.parlamentsdokumentation.brandenburg.de/parladoku/w6/drs/ab_4300/4397.pdf

Bild „Älteste Obstbaumallee Brandenburgs bei Tempelberg (Landkreis Oder-Spree)“  kann kostenfrei unter Angabe der Quelle „ideengruen.de“ verwendet werden (300 dpi) http://www.doerfergemeinschaft-steinhoefel.de/images/obstbaumallee-7136.jpg

 

22. Februar 2016

Obstbauversuchsstation Müncheberg vor dem Aus: Scharfe Kritik an Minister Vogelsänger

Informationen der "Dörfergemeinschaft gegen die Hähnchenfabrik Steinhöfel - für eine lebenswerte Region" zufolge hat Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) klammheimlich alle technischen Mitarbeiter der renommierte Obstbauversuchsstation in Müncheberg (Märkisch-Oderland) entlassen. Mit einem entsprechenden Schreiben eines Bürgers wurden auch die Mitglieder des Landtags informiert. In der traditionsreichen Anstalt wurde seit 1928 geforscht und Obst-genetisches Material bewahrt. Im Sommer 2015 beschloss der Landtag mit großer Mehrheit den Erhalt des gartenbaulichen Versuchswesens in Müncheberg.

"Als mich die Nachricht erreichte, war ich geschockt. Brandenburg hat mit der Obstbauversuchsstation und der Gendatenbank einen einmaligen Schatz. Und nun will der SPD-Minister wohl mit einem Fingerstreich die fast hundertjährige Anstalt auflösen. Das ist ein Skandal erster Güte", sagte die Sprecherin der Dörfergemeinschaft Kerstin Hellmich.

Erst Anfang Februar 2016 hatte der Vorsitzende des Petitionsausschuss des Brandenburger Landtags Henryk Wichmann (CDU) erklärt, dass Projekt "Obstgenetische Ressourcen" dem Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) zugeordnet sei. "Wie die Arbeit der Station ohne qualifizierte Mitarbeiter von statten gehen soll, ist mir schleierhaft", sagte Hellmich. Der Grünenpolitiker Benjamin Raschke kündigte gegenüber der Dörfergemeinschaft an, dass Minister Vogelsänger in der Sitzung des Umweltausschuss am kommenden Mittwoch Stellung beziehen muss.

Die Dörfergemeinschaft setzt sich neben dem Kampf gegen eine geplante überdimensionierte Hähnchenfabrik für eine lebenswerte Region ein. So entdeckten Hellmich und ihre Mitstreiter Anfang 2015 eine der ältesten Obstbaumalleen Brandenburg bei Tempelberg (Oder-Spree) wieder. In Zusammenarbeit mit der Obstbauversuchsanstalt und Akteuren, wie dem Tourismusverband Seenland Oder-Spree sollen entlang des Oderbruchbahnradweges neue Attraktionen entwickelt werden. Dieses Vorhaben stehe nun auf der Kippe.

 

15. Januar 2016

Erfolgreiches Volksbegehren gegen Massentierhaltung: Initiative der Dörfergemeinschaft und Grüne fordern endgültige Absage an die Hähnchenmastanlage Steinhöfel

Die Initiative "Dörfergemeinschaft gegen die Hähnchenfabrik in Steinhöfel - Für eine lebenswerte Region" fordert die Betreiber der umstrittenen Hähnchenmastanlage in der Gemeinde Steinhöfel auf, sich von ihrem Vorhaben endgültig zurückzuziehen. In einem landesweiten Volksbegehren haben 103.891 Brandenburger haben gegen Massentierhaltung gestimmt. „Brandenburg will keine Massentierhaltung. Das müssen auch die Finanziers der Fleischindustrie akzeptieren“, so die Sprecherin der Dörfergemeinschaft Kerstin Hellmich. Inmitten der Gemeinde Steinhöfel - zwischen den Dörfern Tempelberg, Gölsdorf und Buchholz - plant die Komturei Lietzen zusammen mit holländischen Investoren eine Hähnchenmastanlage mit über 430.000 Tieren, die für den internationalen Markt turbo-gemästet werden sollen.

Es habe sich in Steinhöfel ein sehr vitaler Mittelstand in den Bereichen Landwirtschaft, Kultur und Tourismus entwickelt: „Wir sind nicht bereit uns das von privaten niederländischen Betreibern, die wie eine Karawane übers Land ziehen - Zerstören zu lassen“, so Hellmich. Nachdem in Nordwestdeutschland solch überdimensionierte Hähnchenfabriken nicht mehr genehmigt werden, stürzen sich die Betreiber nun auf Ostdeutschland. Die Gewinne dieser Mastanlagen werden aus der Region abgeführt, Arbeitsplätze entstehen kaum, dafür bleibt bei uns der Dreck, Gestank, sowie die Grundwasser - und Umweltbelastung, kritisiert Hellmich.

Die Vorsitzende der grün-orangenen Fraktion im Kreistag Oder-Spree Sabine Niels sieht im erfolgreichen Volksbegehren ein wichtiges Signal: „Brandenburg will einfach keine industrielle Qualzucht mehr“. Die Grünenpolitikerin sieht nun die Landesregierung in der Pflicht: „Massentierhaltungsanlagen dürfen grundsätzlich nicht mehr mit öffentlichen Mitteln subventioniert werden. Nun müssen Regionale Planungsgemeinschaften analog zu den Windkraftgebieten die Kompetenz erlangen Ausschluss- und Vorranggebiete für nicht privilegierte Tierhaltungsanlagen auszuweisen“, fordert Niels.

„SPD und Linke haben gegen den enormen Ausbau der Massentierhaltung nichts unternommen. Und das obwohl die Landwirtschaftspolitik der Linken auch dem Tierschutz einen hohen Stellenwert beimisst“. Durch Auflagen wie eine verbindliche Erstellung von Keimgutachten oder den Einbau von Abluftfiltern in Ställen, könnte rot-rot die Betreiber zwar nicht daran hindern, mit Tierleid und Umweltzerstörung Profite zu machen, sie könne aber den Bau zumindest erschweren, so Niels. Dass die Linke sich hinter SPD und Bauernverband versteckt, hatte sie schon 2012 bewiesen als der bündnisgrüne Antrag rundweg abgelehnt wurde, sagt die ehemalige Landtagsabgeordnete Niels, die in der letzten Wahlperiode bei den Grünen für das Thema Landwirtschaft verantwortlich war.

 


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